Fest im Blick
Er hat seine Liebe fest im Griff
Und sie kann nicht fort.
Fest bei sich
Und lässt sie nicht los
Doch gehen alle
Und es bleibt kein Stück
Im Publikum,
Sei er der eine
Der hochschaut
und sie alle fest im Blick besitzt,
So fest das nun keiner singt
Zumindest nicht für ihn.
Schaut er hoch und singt die
Schönsten Arien,
Und es hören alle zu
Doch küssen will ihn niemand.
Seine Stimme ist rostig, doch nicht alt
Sie mag die Nacht und
steht schief wie italienische Dächer.
Er mag sie selbst kaum hören
Doch wie sein bester Freund seine Wangen küsste,
damals als er seine Stimme auf warmen Asphaltsteinen in einer Stadt fand.
Damals als er noch Gedichte schrieb
Und von Sorgsamkeit, Sehnsüchten und Spaziergängen träumte.
Und jetzt griff er kreischend nach der Hand seines Sitznachbarn
und drückt sie fest
Ja Alles im Griff,
Jetzt ist alles im Griff
Schrille, schreie Schiessen durch beider Leute Hände,
Fangen an aus allen Poren laut zu schwitzen
Entgleitet ihm, noch immer kreischend lose im Blick sein verlorener Griff das
Entronnene Glück.
Manische Griffe greifen durch die Luft und fangen auf was zu retten bleibt.
Bewusst sein Schicksal zu empfangen kniet er nieder
mit Offenen Händen
und sie lagen so offen wie sie nur sein können,
Nun fing er an zu beten,
In hoher, heiser, schwacher Stimme, manchmal entfiel sie ihm ganz.
Und als er fertig sprach,
da waren sie leer
Alle beide
seine Hände fielen ihm ab und alles Blut entronn,
er sah noch wie es floss bis zur Bühne nach vorn
wo es sich staute und der Souffleur in seinem Kämmerlein erstickte.
Er sah erleichtert nach oben, die Leute klatschten ihm zu, mit ihren wunderbaren Händen.